Stromschnelle: Anmeldung beim Netzbetreiber und Rahmen­bedingungen

Stromschnelle: Anmeldung beim Netzbetreiber und Rahmen­bedingungen

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Eine Sonnenstrom-Anlage, die an die Steckdose gesteckt wird? Ist das erlaubt? Das werden wir immer wieder gefragt. Die kurze Antwort lautet: Ja, es ist erlaubt. Die etwas längere hat, wie so oft, ein unscheinbares aber wichtiges „Aber“. Also: Aber. In Österreich dürfen steckerfertige PV-Anlagen bis 600 Watt direkt an der Steckdose betrieben werden. Dazu gibt es auch eine Studie im Auftrag der E-Control und einen Leitfaden von Österreichs Energie, der Interessenvertretung der österreichischen E-Wirtschaft. Darin geht es unter anderem um die Belastbarkeit von Steckdosen, elektrotechnische Sicherheit und um die Freischalteinrichtung ENS. Dazu aber gleich mehr.

600 Watt entsprechen ungefähr zwei Standardmodulen mit 170x100cm. Zwei Wochen vor dem Anstecken muss die Anlage beim Netzbetreiber gemeldet werden. Bei der EVN mittels Formular, bei der LinzAG via Email und in Wien sogar mittels Online-Formular. Kommt binnen zwei Wochen keine Rückmeldung, gilt die Anlage als genehmigt und darf angesteckt werden. Wichtig dabei ist, dass die Anlage den Anforderungen der österreichischen Netzbetreiber entspricht. Also auch der TOR D4. Darin enthalten ist die vorher schon erwähnte ENS (Einrichtung zur Netzüberwachung mit zugeordneten Schaltorganen). Das heißt, dass eine PV-Anlage bei Stromausfall ebenfalls abschalten muss, um Rückspeisungen ins Netz zu verhindern. Es könnte ja eine Kollegin oder ein Kollege an der Leitung draußen arbeiten und wäre dadurch gefährdet. Außerdem wird in der TOR D4 geregelt, dass die Stromproduktion erst beginnen darf, wenn ein Stromnetz erkannt wurde. Das verhindert ein Anliegen von Spannung an den Steckerstiften und schützt so vor Elektrisieren am uneingesteckten Stecker.

Ganz wichtig ist auch, die Stromschnellen nicht an Verteilersteckdosen anzustecken. Das könnte die Auslösung der Sicherheitsorgane im Verteiler beeinflussen. Ein Fehlerstromschutzschalter neuerer Generation (Typ A) ist, wie bei den meisten neuen Küchengeräten auch, gefordert. Uns als Elektrikern ist eine normgerechte und zeitgemäße Elektroinstallation natürlich wichtig. Bei Unklarheiten ist es ratsam einen Fachmann hinzuzuziehen. Eine Kontrolle der Elektroinstallation zahlt sich immer aus! Unsere Stromschnellen sind mit einer ENS ausgestattet und entsprechen allen Normen, die notwendig sind, um sie in Österreich und Deutschland zu betreiben.